Kunst am Körper

Tattoos – ein Trend der unter die Haut fährt

Eine Tätowierung, ein Tattoo, stellt ein Motiv dar, welches mit Farbmitteln wie beispielsweise Tinte in die Haut appliziert wird. In aller Regel benutzt der Ausführende, der Tätowierer, dazu eine Maschine, mit der Bild oder Text in die zweite Hautschicht gestochen werden.

Bei den Menschen stellt die Tätowierung eine Körpermodifikation dar, bei den Tieren ist sie eine Kennzeichnung zur Identifizierung, in der Medizin sind es beispielsweise die Ablagerungen, die eine Pulverexplosion in der Haut eines Menschen zurücklässt.

Tattoos vor 7000 Jahren

Überall auf der Welt hat sich der Gebrauch des Tätowierens unabhängig entwickelt. Schon Ötzi hatte ein Tattoo, die Skythen aus der Eisenzeit, bekannt für ihre Hanfrauchorgien, waren von Kopf bis Fuß tätowiert. Die Bibel hat da eine ganz explizite Meinung. „Und einen Einschnitt wegen eines Toten sollt ihr an eurem Fleisch nicht machen; und geätzte Schrift sollt ihr an euch nicht machen. Ich bin der Herr.“ (3. Mose 19,28). Die Funktionen, die Tätowierungen haben sind sehr unterschiedlich. So können sie Mitgliedszeichen sein, auch sakrales oder rituelles Symbol.

Was heute mit den Tätowierungen – ein wahrer Trend – abläuft, nennt sich Ausdrucksmöglichkeit für Abgrenzung, Selbstdarstellung, Exklusivität, Geltungssucht. Natürlich kann man Tätowierungen auch als Schmuck betrachten und viele Darstellungen haben großen künstlerischen Wert. Die Tattoos dienen zur Verstärkung sexueller Reize, sind Protest, wie bei den Punkern, sind gesellschaftliche und politische, soziale Stellungnahme.

Die Knast-Tätowierungen tun ein ganzes Kastensystem auf. Da existieren Tattoos für Diebe, Mörder, Lebenslängliche, Boss und Aufrührer, für Killer und Bote. Bekannt dürften die sogenannten Knasttränen sein, oder auch die drei Punkte zwischen Daumen und Zeigefinger – Zeichen dafür, dass man eine Haftstrafe abgesessen hat. Wenn wir vorher gelesen haben, Tätowierungen dienten nur bei Tieren als Kennzeichnung, so ist es zwingend notwendig, auf die Tätowierungen in den Zeiten des deutschen Nationalsozialismus hinzuweisen.

Die SS-Mitglieder hatten eine Tätowierung mit ihrer Blutgruppe am inneren, linken Oberarm. Die Juden in den Vernichtungslagern wurden mit Tätowierungen auf dem linken Unterarm gebrandmarkt.

Mainstream

Und so schwimmen die Tätowierten heutzutage mal wieder munter im Mainstream. Tätowieren ist in. Ein Megatrend. Ein Tattoo ist nunmehr ein Modeaccessoire. Ein Unvergängliches. Denn die sogenannte Bio-Tätowierung gibt es nicht. Es wird behauptet, ein entsprechend flach gestochenes Tattoo verschwände nach etlichen Jahren wieder. Technisch aber ist es schlechthin unmöglich, so genau zu stechen. Ein Schatten oder Reste der Farbe werden immer in der Haut bleiben.

Die Tattoos erfuhren ihre Glanzzeit in den 90-zigern, man erinnert sich an die Zeit mit den sogenannten Asrchgeweihen, denen wir heute zwangsläufig auch noch oft begegnen. Zum Anfang des neuen Jahrhunderts erlebten dann die alten Symbole der Seemänner, Anker, Sterne, Schwalben und Herzen enormen Auftrieb. Ein neuer Trend sind wohl die Geek- oder Nerd-Tattoos, sie stammen aus dem akademischen oder dem Computerbereich.